Die Meta Group möchte Inhalte, die auf Facebook und Instagram geteilt werden, als Trainingsmaterial für ihre KI-Systeme nutzen. Wer das nicht möchte, muss aktiv werden und widersprechen. Wir zeigen, wie das funktioniert.

Warum Meta und andere Tech-Konzerne nach Trainingsdaten gieren

Künstliche Intelligenz ist ein großes Thema, wie das Beispiel ChatGPT zeigt. Technologiekonzerne investieren Milliarden in diesen Bereich. Das Geld fließt nicht nur in teure Großrechner, sondern auch in Daten, die für das Training und die Verbesserung von KI-Modellen unerlässlich sind.

Die Unternehmen suchen händeringend nach zusätzlichen Trainingsdaten, Meta ist da keine Ausnahme. Das Unternehmen hat erkannt, dass seine Plattformen wie Facebook und Instagram riesige Datenmengen liefern, die sich hervorragend für das Training von KI-Modellen eignen.

Um diese Daten geht es

Meta hat angekündigt, ab dem 26. Juni solche Daten, "die über die Produkte und Services von Meta geteilt werden“, für das Training seiner KI-Systeme zu nutzen. Die Bandbreite solcher Daten ist groß und dürfte auch Informationen umfassen, die Nutzer etwa auf sozialen Plattformen nur mit Freunden geteilt haben. Lediglich private Nachrichten an Freunde, etwa über Messenger, sollen nicht als Trainingsmaterial dienen.

Meta plant Datennutzung trotz möglichem Verstoß gegen DSGVO

Meta ist der Ansicht, die von den Nutzern bereitgestellten Inhalte problemlos nutzen zu können und beruft sich dabei auf ein berechtigtes Interesse im Sinne der DSGVO. Verschiedene Rechtsexperten sind jedoch der Ansicht, dass Meta mit diesem Vorgehen gegen die DSGVO verstößt. Mehrere Interessengruppen haben den Konzern deshalb abgemahnt.

Die Abmahnungen dürften den Konzern nicht davon abhalten, die Nutzerdaten dennoch für seine KI-Ziele zu nutzen. Nutzerinnen und Nutzer, die ihre Daten vor einer solchen Verwendung schützen wollen, sollten daher gezielt Widerspruch einlegen.

Widerspruch einlegen und Datenverwendung verhindern

Erfreulicherweise stellt Meta zwei Online-Formulare zur Verfügung, um der Datenverwendung zu widersprechen. Hier das Widerspruchsformular für Facebook und hier das Widerspruchsformular für Instagram. Damit eine genaue Zuordnung der Nutzerinnen und Nutzer möglich ist, muss man für den Widerspruch jeweils eingeloggt sein.

Sollten die Formulare nicht laden, kann der Widerspruch auch direkt aus den sozialen Netzwerken heraus erfolgen.

Widerspruch auf Facebook

  1. Im eingeloggten Modus auf das Profilfoto oben rechts klicken (Computer) oder auf die drei Striche rechts tippen (Smartphone).v
  2. "Einstellungen und Privatsphäre" wählen,
  3. dann "Einstellungen", gefolgt von "Datenschutzrichtlinie" wählen und
  4. im Textkasten auf den Link "Widerspruchsrecht" klicken oder tippen.

Widerspruch auf Instagram

  1. Einloggen und die Instagram-Profilseite öffnen,
  2. zu den die Einstellungen (drei Striche rechts) gehen,
  3. nach unten scrollen und auf "Info" tippen,
  4. dort "Datenschutzrichtlinie" wählen und
  5. im Textkasten auf den Link "Widerspruchsrecht" tippen.

Formulierungsvorschlag zum Widerspruch

"Hiermit widerspreche ich der Verarbeitung meiner Daten im Zusammenhang mit KI-Anwendungen durch Meta."

Was Sie sonst noch wissen sollten

Die Praxis zeigt, dass Meta Widersprüche akzeptiert. Andernfalls sollte in Erwägung gezogen werden, keine weiteren Inhalte zu veröffentlichen und bestehende Inhalte zu löschen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und die Unterlassung der Datennutzung gerichtlich durchzusetzen.

Der Widerspruch bezieht sich ausschließlich auf Daten, die Nutzer selbst auf Facebook oder Instagram hochgeladen haben. Inhalte, die von anderen Personen stammen, sind nicht betroffen. Es besteht also die Gefahr, dass beispielsweise Fotos oder Namensnennungen einer bestimmten Person dennoch verarbeitet werden, obwohl diese der Nutzung widersprochen hat.